Gedichte und Texte

© BeSuCa

Arbeitslos

Keine Kohlen im Keller,
der Kühlschrank ist leer,
kein Geld für die Miete,
keine Freundin mehr.
Der Strom ist schon lange abgestellt,
denn für den Saft aus der Dose
habe ich kein Geld.

Auf den Ämtern wo es Arbeit gibt
bin ich auch nicht sehr beliebt.
Dort sitzen hirnlose Typen
die mir Adressen geben,
wenn ich aber dort hin komme
sind die Jobs schon vergeben.

Es reicht hinten und vorne nicht,
Kerzen aus Kirchen geben wärmendes Licht.
Nur mit Wasser und eisernem Willen
kann ich meinen Hunger stillen.

Das Amt für Soziales
ist nicht sehr spendabel,
meine löchrigen Schuhe
sind irreparabel.

Im Schlafzimmer liegen nur Luftmatratzen,
denn mein Bett aus Eiche,
reichlich verziert,
hab ich versetzt
und investiert,
in Dinge die ich täglich brauche -
ein Glück nur, daß ich nicht mehr rauche.

Der Abstieg ins Nirgends ist beschlossen;
mein Freund hat sich gestern schon erschossen.
Wenn für mein Leben
nicht bald die Wende kommt,
muß auch ich mich fragen
ob es zu leben noch lohnt.

Ich bin nicht alleine
mit meinen Problemen,
ich kenne sehr viele
die sich nach Arbeit sehnen.

Sein Leben zu leben
ist nicht jedem gegeben,
doch um darin Fuß zu fassen
muß man uns Chancen lassen.

 

© Bernd Suriel Casel 13.02.1985

Rubrik - Repräsentative Begriffe:
Dunkle Zeiten, Gesellschaft, Politik,

Keywords - Repräsentative Begriffe:
Arbeitslos, Harz 4, Arbeitsamt, Geschichte, Soziales

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