Gedichte und Texte

© BeSuCa

Ich entscheide

Wir opfern uns
auf dem Altar der Lügen.
In Samt und Seide 
sind unsere Leiden gebettet,
die wir alle gewählt haben,
um der Erlösung zu dienen.
Im Beutel 
klingen die Münzen,
doch wir fühlen uns
nicht so gut,
wie wir sollten. 

Das Gold glänzt heilig
und der Weihrauch
zieht wie Nebel
durch die Luft;  
nur unsere Lungen schmerzen
von der Enge des Lebens.

Wir müssen so viel   
und dürfen so wenig,
weil wir gelernt haben,
den anderen 
die Wahrheit zu glauben,
die uns 
nicht dient. 

Aus tiefstem Herzen
frage ich 
mit all meinem Mut    
den Einen, 
ob das wirklich 
alles so sein muß,
und erlaube mir 
in meiner Verzweiflung
die direkte Erfahrung
von „Gott“.                               

In der Stille
höre ich
eine süße Melodie,
die mich erinnert
an meine Kindheit
und die Zeit,
als ich nur
mir selber glaubte  –
als ich noch alles
für möglich hielt.

Ich spüre plötzlich
Wärme, Licht
und eine vertraute Geborgenheit,
in der alle Fragen
beginnen aufzuhören.

Alles in mir
scheint ganz leicht
zu vibrieren
und in mir
formen sich die Worte

- Du entscheidest –

Da erkenne ich erst
die wirkliche Bedeutung
und Macht
des freien Willens
- das größte Geschenk
des Einen
an jeden Menschen.

Ja     
- Ich Entscheide –
Wie konnte ich das
nur vergessen?    

 

 

© Bernd Suriel Casel 04.11.2000

Rubrik - Repräsentative Begriffe:
Gesellschaft,

Keywords - Repräsentative Begriffe:
Gott, göttliche Führung, Religion, Verantwortung

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